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Einmal die Nacht durchgespielt

Am 7.7. 2007 haben nicht nur unendlich viele Paare geheiratet: Auf dem Wiesbadener Neroberg, open air in der „Theatermulde“ wurde die „lange Impronacht“ im Rahmen des 4. Wiesbadener Improtheatersommers eingeläutet. Die Maßgabe: Es wird gespielt bis mehr Darsteller da sind als Zuschauer. Die nahmen die Herausforderung gerne an und rückten bereits um 19 Uhr mit Picknickdecken, Kaffee, jeder Menge Verpflegung und Schlafsäcken an. Regen gab es keinen, doch etwas kühl war’s. Um 20 Uhr ging das Programm los: „Für Garderobe keine Haftung“ stellte fast alle seine Spieler auf und ließ von „Mami“ Claudia „Mamis Liebling“ wählen, eine Art Maestro unter Geschwistern.
22 Uhr 30 hatte Johannes die meisten Rosen der Mami eingefahren, und weiter ging es mit der langen Impronacht, bei der die „Garderobe“ von weiteren Improspielern verstärkt wurde.

Also spielte man. Und spielte. Und spielte. Der lahme Hund Echnathon musste sein Revier verteidigen und traf auf Nero, den Kaiser Roms, der sich mit einem Kühlschrank aus der Zukunft gegen die Griechen zur Wehr setzte.

Ab 24 Uhr wurden dann auch Vorgaben wie „Klodeckel“ angenommen.

1 Uhr … 2 Uhr … die Zuschauer harrten aus.

3 Uhr 30. Der Rekord von letztem Jahr war gebrochen. Auch ein „Schlaflied“ für die Zuschauer brachte niemanden zum Gehen.

Mein persönliches Highlight: Ein Gegenstands-Marathon, bei dem strenger Weise ein Darsteller mit einen Gegenstand aus dem Publikum alles darstellt, nur eben nicht den Gegenstand. Doch schnell kamen auch Wortspiele dazu – so wurde aus einem Schuh die Schuh-bkraft, das Schuh-le oder der Schuhschnabel. Es war das ertragreichste Brainstorming, das ich jemals erlebt habe.

Auch das Lied „Die sinkende kognitive Komponente“ machte den verbliebenen Zuschauern noch Spaß und war kein Anlass zum Verlassen der Theatermulde.

So gegen 4 Uhr kannten wir von den restlichen Zuschauern die Namen und den Grund für deren Ausharren – der eine fand es unfreundlich, vor dem Ende zu gehen, ein anderer hatte sportlichen Ehrgeiz, andere blieben aus Prinzip, wieder andere hatten die Improshows der „Garderobe“ zu oft verpasst und wollten das Defizit ausgleichen.

Schließlich war es 4 Uhr 24, als weniger Zuschauer als Darsteller in der Mulde verblieben. Und genau da wurde es auch wieder hell, sodass wir im Hellen die Technik abbauen konnten – wobei sämtliche Restzuschauer sogar noch halfen. Um halb sechs war ich dann im Bett und träumte von Schuh-rken, Schuh-ften und Ca-Schuh-Kernen.

Eine Reaktion zu “Einmal die Nacht durchgespielt”

  1. Ynnette

    Hallo Axel,
    ich schmunzele, dass noch immer Kommentare über meine persönliche Auffassung der Impronacht auftauchen. Laut lachen mußte ich eben über den “Ca-Schuh-Kern” Sehr geil! Ja das Brainstorming war klasse.
    24h-Marathon, oje, was folgt da? Bei wärmerem Wetter bin ich dabei!
    Bis zum nächstenmal Ynnette

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