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Die Überschrift verstanden? Wahrscheinlich gar nicht. Aber auf die Bühne hätten Sie es zu 95 Prozent verstanden. Warum das?
Die Taubenhaucher haben einen Workshop bei Shawn Kinley absolviert – ein super Impro-Lehrer aus Calgary. Er beschäftigt sich stark mit der Art und Weise, wie das Gehirn funktioniert. Er empfahl dazu ein Buch, das nichts mit Improtheater zu tun hat, aber sehr gut darauf anzuwenden ist: BLINK von Malcolm Gladwell.
Gladwell beschreibt u. a. eine Studie, in der den Probanden kurze Videoclips von echten Patienten-Arzt-Gesprächen vorgespielt wurden. Dabei waren die hochfrequenten Töne entfernt worden, sodass man vom Gespräch keine Worte verstand, nur noch Sprechmelodie, Rythmus und Tonhöhe. Beim Impro wäre das eine Szene mit Kauferwelsch, auch Gibberish oder Gromolo genannt – man versteht die Worte nicht, folgt der Szene aber trotzdem. Denn die Sprache macht in der Kommunikation zwischen Menschen nur 5 % aus.
Tatsächlich haben die Probanden mit umwerfender Wahrscheinlichkeit herausbekommen, welche Ärzte einmal (oder mehrmals) wegen Behandlungsfehlern verklagt wurden. Allein aus der Gromolo-Ansicht eines 40-sekündigen Patientengesprächs. Denn diese Ärzte klangen herrischer und emotionsloser, setzten sich nicht mit den Patienten auseinander und schafften keine gute Atmosphäre.
Nette Ärzte werden kaum verklagt. Und gute Szenen brauchen keinen Dialog.
