Impro ist mehr als Comedy
Bei den Feedback-Bögen, die wir von den Zuschauern nach der Show erhalten, freuen wir uns natürlich über Lob. Und auch über Kritik – schließlich haben die Zuschauer Geld gezahlt und wollen unterhalten werden. Wenn wir etwas schlecht machen, versuchen wir, uns zu bessern. Wer auf den Bögen noch keine Kritik geübt hat, kann dies gerne jetzt in den Kommentaren tun.
Aus manchem Feedback lese ich allerdings ein meiner Meinung nach falsches Verständnis unserer Kunstform heraus. Da war von „zu langen Szenen“ die Rede, manchem sind die Szenen nicht lustig genug.
Kritisiere ich nach einem Konzert, dass es auch langsame Stücke gab? Oder erwarte ich von einer Ausstellung, dass mich jedes Bild begeistert? Kurze Comedy-Szenen sind ein wichtiger Teil des Impro-Theaters, aber nicht alles. Bei den 15-20-minütigen Langform-Sequenzen, die wir oft in unsere Shows einbauen, geht es um mehr als Humor: Um Charaktere, um Konflikte, um Emotionen. Außerdem sind unsere Shows improvisiert: Wir wissen nie, ob eine Szene zum Ablachen komisch, oder vielleicht traurig wird. Allein deshalb können – und wollen – wir keine reinen Comedy-Shows präsentieren. Sondern die Vielfalt aufzeigen, die uns das Improvisationstheater bietet.
